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Frischekur für Citypost

In einem leuchtenden Grün präsentierte sich das Team der Kraftverkehr Torgau Citypost GmbH am 11. April 2013 bei der Eröffnung der Aktionsmesse im PEP Torgau. Kaum wiederzuerkennen und dennoch auffallend wie nie.

Torgau (TZ/ej). Eigentlich ist es der Mai dem immer wieder die Gabe, alles neu zu machen, zugeschrieben wird. Im Fall der Kraftverkehr Torgau Citypost GmbH aber ist es der April. Neben dem neuen Outfit, dem neuen Design, sprich der völlig neuen Marke präsentierte das Unternehmen gestern zwei neue Briefmarken, mit denen nun auch der Privatkunde in den Genuss einer preiswerten bundesweiten Zustellung kommt.

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Kleine Elektroschocks und große Hunde

Torgau (TZ). Mit Katzen kennt sich Kristin Engel nach ihrem Test im Arzberger Tierheim ja bestens aus. Als „Logistiker“ weiß sie nun auch, wie man als Briefträger mit lautem Hundegebell umgeht. Mein nächster Job führte mich zur Kraftverkehr Torgau Citypost GmbH. Meine Schicht begann um sieben, doch als ich in den erst unlängst sanierten Arbeitsräumen am Repitzer Weg 7 in Torgau ankam, waren meine neuen Kollegen bereits seit drei Uhr beziehungsweise vier Uhr auf den Beinen. Sylke Köhler, Leiterin des Sortierzentrums der Kraftverkehr Torgau Citypost GmbH, begann als Erstes, mich über das wichtige Thema Datenschutz und Postgeheimnis zu informieren und über deren Einhaltung zu belehren,denn mit diesen Verordnungen werden der Schutz aller personenbezogenen Daten der am Postverkehr Beteiligten geregelt. „Es kommen pro Tag mehrere Tausend Postsendungen von gewerblichen, öffentlichen und privaten Absendern zur Zustellung durch unsere Mitarbeiter. Diese müssen gezählt und nach Zustellbezirken sortiert werden.

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Die TZ gelangt auch dahin, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen

Torgau. Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Äuglein zu … heißt es heute Nacht eben nicht für mich. Es ist Freitagabend, der 21. April, um genau zu sein. Die Anstrengungen der Arbeitswoche sind vorüber – Zeit zum Aufatmen. Doch anstelle es meinen Freunden gleich zu tun und die innige Beziehung zu meiner gemütlichen Couch zu pflegen, wird es für mich auf Tour von Torgau nach Stahmeln, wieder zurück und noch etwas hin und her gehen. So ist der Plan, denn ich erhalte im Rahmen meiner Ausbildung die Möglichkeit, den Weg einer Zeitung von der Druckerei bis zum Briefkasten des Lesers zu begleiten.

Warm eingepackt und mit gefühlten drei Litern Kaffee im Blut beginnt meine Reise um 20 Uhr auf dem Gelände der Citypost in Torgau. Das heißt, sie startet noch nicht gleich. Erst einmal suche ich mir jemanden, der den Weg kennt und so nett ist mich mitzunehmen. Und diesen jemand finde ich auch. Als einsamen Streiter entdecke ich auf dem dunklen Gelände den Tourenfahrer, wie er gerade damit beschäftigt ist, das Fahrzeug samt Anhänger für die Fahrt zu präparieren.

Froh darüber, etwas Gesellschaft auf der eintönigen Fahrt zu haben, kommt man ins Gespräch, sodass die Fahrzeit letztlich wie im Fluge vergeht. In Leipzig angekommen, fahren wir erst einige Anlaufstellen für den Postverkehr an, den die Citypost ebenfalls betreibt. Richtig interessant wird es dann gegen 21.30 Uhr, als wir endlich auf dem großen Gelände der Druckerei in Stahmeln eintreffen. Hier wird sie also produziert, unsere Torgauer Zeitung. Beeindruckend!

Aus dem Gebäude heraus führen mehrere Fließbänder, fachmännisch wird am Ende eines solchen eingeparkt und der Anhänger geöffnet. Nun heißt es warten, denn wie ich direkt feststelle, sind wir nicht die Einzigen, die ihre frisch gedruckten Zeitungen abholen wollen. Neugierig wie ich bin, beschließe ich die Zeit zu nutzen und die Druckerei etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, während sich der Tourenfahrer mit dem Vorsortieren der Post beschäftigt. Die Produktionshalle selbst darf ich nicht betreten, aber durch die riesigen Scheiben lässt sich Einiges beobachten. Vieles davon erinnert mich an unsere Druckerei in Beckwitz, in der wir unter anderem das SonntagsWochenBlatt produzieren.

Es dauert nicht lange, bis sich unser Fließband schlagartig in Bewegung setzt. Eine leuchtende Anzeige kündigt die Ankunft von 308 Zeitungspaketen an. Das entspricht in etwa einer Auflage von etwa 9500 Zeitungen. Sie alle werden zügig und logistisch durchdacht in den Anhänger gestapelt, doch was wäre die Welt ohne ein paar kleine Pannen. So kommt es, dass sich eines der Bündel auf seinem Weg verklemmt. Lautstark versuchen wir die Arbeiter in der Druckerei auf die Massenkarambolage hinzuweisen, welche sich dort soeben ereignet. Die Maschinen werden gestoppt und das Problem behoben.

Zeit verstreicht, in der ich direkt an das Schlimmste denke: Wir müssen weiter, in Torgau wartet man auf uns. So kommt die Zeitung nicht pünktlich. Und was ist, wenn die Pakete beschädigt wurden? Der Leser möchte doch eine intakte Zeitung erhalten! Das gibt morgen furchtbar viele Reklamationen … Die Belegschaft in der Halle gibt Entwarnung, alles halb so schlimm. Durchatmen. Weiter geht’s! Nun mit erhöhtem Fließtempo versehen, wird der Rest aufgeladen. Anschließend greifen wir uns die sogenannten Fremdausgaben, wie zum Beispiel Exemplare der Leipziger Volkszeitung und machen uns auf den Rückweg.

Es ist Mitternacht, als wir uns wieder auf dem Gelände der Citypost Torgau einfinden. Inzwischen regnet es! Und noch etwas ist anders: Es wimmelt von Menschen. Wie ein perfekt organisierter Ameisenhaufen laufen die Zeitungsausträger hin und her, um die mit uns eingetroffene Ladung auf ihre Fahrzeuge umzuschichten. Höchste Zeit für eine kleine Pause, in der ich mal fix von der mitgebrachten Stulle abbeißen kann. Doch wie heißt es so schön: Wer rastet, der rostet. Besonders bei diesem Wetter. Es ist 0.30 Uhr als die fortführende Etappe der Nacht startet.

Zuständigkeitswechsel. Ich treffe auf einen Zeitungszusteller, der genau weiß, wie Effizienz auszusehen hat und der gern bereit ist, mir einen genauen Blick in seinen Alltag zu geben. Zunächst steuern wir die Wohnungen weiterer Austräger in der Innenstadt von Torgau an. Dort werden die zu verteilenden Zeitungen abgeladen. Dasselbe Spiel wiederholt sich in Beilrode, bevor es dann an das eigentliche Zustellen auf unserer Tour geht. Döbrichau, Eulenau, Kreischau, Zwethau, Werdau und Torgau Brückenkopf – alle warten auf ihre Zeitungen, Zeitschriften, Briefe und weitere Postsendungen. Die Aufgaben sind von Anfang an klar verteilt. Der Zusteller faltet routiniert die Zeitungen für unsere Abonnenten und ich reiche die zu steckende Post.

Das System funktioniert. Aus dem trockenen Auto heraus beobachte ich, mit welchem Elan er ein- und wieder aussteigt und das die ganze Nacht hindurch. Zielstrebig steuert er die zu beliefernden Briefkästen an. Ich bin beeindruckt, denn ich weiß, dass es täglich Änderungen bei der Verteilung gibt, mal ist ein Abonnent hinzugekommen, dafür unterbricht ein anderer die Lieferung während des Urlaubs. Dies wird von der Vertriebsabteilung im Verlag aufgenommen, eingegeben und weitergeleitet. Diesen Teil durfte ich in meiner Ausbildungszeit bereits selbst bearbeiten und nun sehe ich wie der Fahrer anhand der daraus resultierenden Daten seine Route plant.

Und was für Wege das manchmal sind! Da stehen wir ungelogen, nachts um
3 Uhr irgendwo im tiefsten dunklen Wald, um ein einzelnes Haus zu beliefern. Ein Stück abseits vom Feldweg, welcher sich Straße nennt, grasen zwei Rehe und würdigen uns keines Blickes. Gott sei Dank! Einen Autoschaden kann man nun wirklich als Letztes gebrauchen.

Und wie läuft das hier überhaupt im Winter? Wird hier Schnee geschoben? Während ich mir so meine Gedanken mache, spüre ich, wie das Koffein langsam aus meiner Blutbahn entschwindet und die Müdigkeit ihren Tribut fordert. Doch was tun, um wach zu bleiben? Schweigen hilft jedenfalls nicht. Und so folgt der Austausch von kleinen Anekdoten aus dem Leben eines Zeitungsausträgers und einer Verlagsmitarbeiterin.

Wir stellen schnell fest, dass es einige Erlebnisse gibt, die sich gleichen. Dabei im Mittelpunkt steht der Zeitungsleser. Wir erleben es leider immer wieder, dass ein Haushalt nicht beliefert werden konnte oder mit der Lieferung nicht zufrieden ist. Doch woran liegt das? Es fängt damit an, dass die Hausnummern verdeckt oder nicht beleuchtet sind. Das ist gerade ein Problem für Berufe, die unter einem enormen Zeitdruck stehen. Besonders Feuerwehr, Rettungsdienst oder Pflegekräfte sind auf einen schnellen Überblick angewiesen.

Hat der Zusteller endlich das richtige Haus gefunden, kommt auch direkt das nächste Problem – der Briefkasten. Es ist wirklich erstaunlich wie viele Sorgen einem dieses kleine Blechding machen kann. So erfahre ich gleich als erstes, dass einige Briefkästen sehr schüchtern sind. Sie verstecken sich irgendwo auf dem Grundstück und warten darauf, gefunden zu werden. Doch Spaß beiseite, das Verletzungsrisiko ist hoch, wenn man im Dunkeln auf einem fremden Grundstück herumläuft. Genauso wie bei Gärten, deren Wachhund einen Blick auf den nach innen angebrachten Briefkasten hat.

Hinzu kommt die unzureichende Beschriftung einiger Briefkästen, sodass es zu Verwechslungen zwischen Max Müller und dem im gleichen Block wohnenden Paul Müller kommen kann. In diesem Zusammenhang fallen mir die alten Aufkleber für Abonnenten der Torgauer Zeitung ein. Das würde eventuell Einiges erleichtern. Doch leider dürfen wir diese nicht mehr herausgeben, da sich zu viele Vermieter über Sachschäden durch Klebereste an ihren Briefkästen beschwert haben. Soweit nur die Probleme zur Lage der Kästen.

Hinzu kommt noch die Ausstattung. Viele Briefschlitze sind schlicht zu schmal. Dies macht sich besonders bemerkbar, wenn unsere Redaktion viel zu erzählen hat. In diesem Fall kann die Zeitung etwas umfangreicher ausfallen. So kann es dann sein, dass sich der Briefkastendeckel nicht schließen lässt, was besonders ärgerlich ist, wenn es dann ein paar Stunden nach dem Austragen anfängt zu regnen. Ebenso hilflos ist der Zusteller in der Situation, wenn die Zeitung aus dem Kasten gestohlen wurde. Nein, das ist kein Witz und auch keine Ausrede der Kollegen, mit der nicht belieferte Kunden vertröstet werden sollen.

Es handelt sich hierbei um eine nachweislich und leider häufig vorkommende Tat. Genauso unglaublich finde ich die Tatsache, dass Briefkästen unvorteilhaft mit den Gelben Säcken für die Müllabfuhr verdeckt sind. Dies durfte ich während meiner Fahrt mit eigenen Augen wahrnehmen. Zudem kommt es vor, dass Zusteller sich durch Sperrmüllhaufen zum Kasten hangeln müssen. Diese und noch mehr Erlebnisberichte werden auf der Fahrt zum Besten gegeben, natürlich bevorzugt auf den längeren Fahrtzeiten zwischen den Dörfern. Innerorts dagegen ist ein besonderes Maß an Konzentration gefordert.

So beende ich um 4 Uhr morgens meine äußerst eindrucksvolle Nachtschicht. Ich freue mich auf mein Bett. Doch noch auf dem Weg nach Hause denke ich darüber nach, dass die Angestellten der Citypost diese Dinge so oder ähnlich jede Nacht erleben. Ich meine, was ein alteingesessener Zusteller ist, der kann über Vieles hinwegsehen, aber ich als Neuling nehme sie doch etwas anders wahr. Es muss doch etwas geben, das man tun kann, um eine bessere Verständigung zwischen Zeitungszustellern und Zeitungslesern zu erreichen. Denn schließlich verfolgen wir doch alle dasselbe Ziel. Wir wollen entspannt unsere Torgauer Zeitung lesen und dann frisch motiviert in den Tag starten.